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Der Wert von Münzen und Sammlerprägungen

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Seit es Münzen gibt, werden sie nicht nur als Gebrauchsgegenstände mit einem bestimmten Transaktions- oder Tauschwert (gemäß ihrem Nennwert oder Nominal) betrachtet, sondern immer schon als Objekte der Sammelleidenschaft, denen man mehrere wertbestimmende Eigenschaften zugeschrieben hat. Das Sammeln und Aufbewahren von Münzen ist vermutlich genauso alt wie das Handwerk des Münzprägens selbst.

Ob als passionierter Sammler oder als Einsteiger in das spannende Hobby des Münzensammelns, sicher haben Sie sich auch schon gefragt: Wie bestimmt man denn den Wert einer Münze? Was macht Münzen und bestimmte Sammlerprägungen so wertvoll? Oder ganz konkret: Wie ermittelt man den aktuellen Wert einer ganz bestimmten Münze? Auf den folgenden Seiten geben wir Ihnen hilfreiches Wissen mit, wie Sie der Beantwortung dieser Fragen näher kommen.

Wie viel sind Münzen wert? Die wichtigsten Bewertungskriterien von Münzen

Wieviel eine konkrete Münze wert ist, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Zu den Wert bestimmenden Merkmalen von Münzen gehören

  • das Nominal,
  • die Herkunft: Ausgabeland und Prägestätte,
  • das Alter (Prägejahr/Ausgabejahr),
  • die Seltenheit einer Münze,
  • das Material, in dem sie geprägt ist,
  • der Erhaltungsgrad und die Prägequalität
  • sowie deren Beliebtheit und Popularität.

 
Die Anzahl der Auflage, in welcher die Münze geprägt wurde, spielt neben ihrer Seltenheit ebenso eine wichtige Rolle für ihren Wert wie das Material, aus dem sie gefertigt wurde. Gerade Münzen aus Gold oder Silber haben durch den Anstieg der Edelmetallpreise innerhalb der letzten 15 Jahre eine bemerkenswerte Wertsteigerung erfahren und erzielen dadurch beachtliche Verkaufspreise. Für den Wert einer Münze haben außerdem der Erhaltungsgrad und die Prägequalität eine besondere Gewichtung.

Gerade bei Sammlerstücken gilt die altbekannte Weisheit: Der Wert einer Sache bemisst sich am Preis, den ein anderer dafür zu zahlen bereit ist. Bei Münzen entstehen, wie bei anderen Sammelgebieten auch, größere und kleinere Preisschwankungen durch Angebot und Nachfrage.

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Die Popularität von Münzen

Münzsammler tragen ihre privaten Schätze oft aus einer ästhetischen Perspektive zusammen. Das kann zum Beispiel das Bedürfnis sein, sich an der Schönheit von gewissen Mustern der Kunst einer Epoche zu erfreuen. Hinzu kommt oft ein historischer Aspekt, wonach Münzen die Geschichte einer bestimmten Region oder einer Epoche dokumentieren. Ursächlich für die Popularität einer bestimmten Münze sind meistens gefragte Münzmotive oder ein beliebter Ausgabeanlass.

Beispiele von populären Münzthemen:

Die Bewertung einer bestimmten, konkreten Münze

Wenn Sie nun in den Besitz einer bestimmten Münze oder gleich einer ganzen Sammlung gekommen sind, sollten Sie sich in jedem Fall Zeit lassen, um eine realistische Wertbestimmung vorzunehmen. Handelt es sich bei den vorliegenden Münzen beispielsweise um Umlaufmünzen eines fremden Landes, müssen sie schon sehr alt und gut erhalten sein, damit Sie von einem wertvollen Exemplar ausgehen können.

Hat Ihnen zum Beispiel ein Münzsammler eine Münze überlassen, lohnt es sich in jedem Fall, diese genauer zu betrachten. Sollten erste Ergebnisse darauf hindeuten, dass es sich um eine Münze im hochpreisigen Segment handelt oder aber die Identifikation etwas schwieriger ausfallen könnte, ist es durchaus sinnvoll, einen seriösen Münzhändler aufzusuchen. Entscheidend für den Wert Ihrer Münze sind die nachfolgend im Detail beschriebenen Merkmale.

Was sind nun die entscheidenden Kriterien im Einzelnen, die dafür verantwortlich sind, dass eine Münze einen bestimmten Wert hat?

Die Herkunft von Münzen

Das Ausgabeland bzw. die Herkunft ist eines der wichtigsten Kriterien für die Wertbestimmung einer Münze. Besonders Münzen aus numismatisch bedeutenden Ländern mit einer großen Sammlergemeinde können sich in Kombination mit weiteren Eigenschaften, wie einer kleinen Auflagenzahl etwa, zu attraktiven Raritäten entwickeln.

Ein gutes Beispiel dafür ist die 200-Euro-Goldmünze der BRD, welche 2002 einmalig anlässlich der Einführung des Euro beziehungsweise des Übergangs zur Währungsunion ausgegeben wurde. Die Gesamtauflage der 2002er 200-Euro-Goldmünzen betrug 100.000 Stück. Für viele Länder keine außergewöhnliche Zahl, für Deutschland jedoch eine eher geringe Auflage. Zusätzlich zu der limitierten Ausgabeanzahl war es die bislang einzige deutsche 200 Euro-Goldmünze.

Eine Münze kann noch so exotisch und einzigartig sein, stammt sie aus einem Land, für dessen Prägungen es keine bedeutende Sammlergemeinde gibt, hat sie für Sammler keinen besonderen Wert. Weitere interessante Länder, die eigene Sammelgebiete darstellen, sind Andorra, England bzw. Großbritannien, Frankreich, Australien, Rußland, Kanada oder die Vereinigten Staaten von Amerika (USA).

Die Auflagenzahl der Münzen

Auch die Auflagenzahl, also die Anzahl der geprägten Münzen, ist eine der wichtigsten Größen für eine einwandfreie Wertbestimmung. Schließlich hat die Regel von Angebot und Nachfrage auch im Münzbereich ihre unbestrittene Gültigkeit. Wie im oberen Abschnitt beschrieben, ist die Auflage aber auch nur dann wirklich werttreibend, wenn die Münze in einem numismatisch interessanten Land verausgabt wurde.

Die Seltenheit von Münzprägungen

Von seltenen Münzen spricht man dann, wenn am Markt nur eine begrenzte Stückzahl davon verfügbar ist oder sonstige Eigenheiten eine Münze einzigartig erscheinen lassen. Darunter fallen unter anderem sehr alte, gut erhaltene Münzen oder Münzstücke, von denen es nur einige wenige Exemplare zu einem ganz bestimmten Prägezeichen gibt.

Auch eine streng limitierte, einmalige Ausgabe eines bestimmten Münzmotivs zu einem bestimmten Nennwert kann hohe Seltenheitswerte erzielen. Bei historischen Münzausgaben kann es vorkommen, dass diese ursprünglich in einer für Sammler vielleicht uninteressanten Auflage geprägt wurden, im Laufe der Zeit aber der Großteil dieser Münzen durch verschiedene äußere Umstände wie Kriege, Revolutionen oder die Auflösung eines Staates (z.B. der DDR) wieder vom Markt verschwunden ist. Dass dies aufgrund der Verknappung des verfügbaren Angebots einen positiven Einfluss auf die Wertentwicklung einer Münze hat, liegt auf der Hand. Seltene Münzen sind bei Sammlern eben sehr gefragt – genauso wie Fehlprägungen.

Diese Tendenz lässt sich auch für alle Epochen der Numismatik feststellen, sei es nun die Antike, das Mittelalter oder die Neuzeit. Gerade historische Goldmünzen, die aufgrund verschiedener Eigenheiten kaum verfügbar sind, sind aktuell sehr beliebt.

Beispiele für besonders seltene und wertvolle Münzen sind:

  • Goldmünze (10 Dukatenstück) des Habsburger Kaisers Leopold I. (1657-1705)
  • Goldmünze "Österreich 20 Kronen Karl l. von 1918"
  • Fehlprägungen "Alte Landkarte": 2-Euro-Münzen und 20-Cent-Münzen diverser Euroländer

Der Ausgabezeitpunkt und das Alter der Münzen

Auch das Ausgabejahr und damit das Alter spielt für die Bestimmung des Münzwerts eine große Rolle. Historische Münzen haben in der Regel erst dann einen Wert, wenn Sie mindestens aus der Zeit des Kaiserreiches stammen. Der Sammlerwert steigt mit dem Alter, das gilt natürlich auch für antike Münzen aus der Römischen Republik oder byzantinische Münzen.

Es gibt Münzen schon sehr lange – als Zahlungsmittel und als Sammelobjekt. Angefangen bei den Lydern wurden münzgeschichtlich über die Jahrhunderte zahlreiche Epochen durchschritten. Hier eine kurze Liste der bedeutendsten Zeiträume.

  • Griechische Antike (archaische Münzen: 700 v.Chr - 480 v.Chr, klassische Periode von 480 v. Chr. bis 323 v. Chr., hellenistische Epoche von 323 v.Chr - 30 v.Chr) , siehe die Ägyptische Tetradrachme in unserem Online-Shop.
  • Römisches Zeitalter (hier u.a. die Bronzemünze "Konstantin der Große" oder die Originalmünze aus dem Römischen Reich Licinius I. Follis 3
  • Das persische Zeitalter sowie das Zeitalter der Kelten
  • Deutsche Staaten vom Mittelalter bis 1870
  • Münzen des Deutschen Kaiserreiches (1871 - 1914)
  • Münzausgaben der Weimarer Republik (1919 - 1933)
  • Münzprägungen des Dritten Reiches (1933 - 1945)
  • Zeit der alliierten Besatzung (1945 – 1948)
  • Münzen der Bundesrepublik Deutschland ab 1948
  • Euromünzen der Euro-Mitgliedsländer seit 2002

Das Münzmaterial

Münzmetalle wie beispielsweise Silber oder Gold haben einen Materialwert, der auch einen Einfluss auf den Wert einer Prägung hat. Nicht immer ist ein direkter Zusammenhang zwischen Münzmetall und Preis festzustellen. Und so ist es unter Umständen sogar möglich, dass selbst Münzen aus unedlen Metallen den Wert von Edelmetall-Ausgaben im Wert übersteigen, wenn andere wertbestimmende Merkmale überwiegen.

Der Erhaltungszustand und die Prägequalität

Der Erhaltungsgrad ist ein Merkmal, das man bei der Wertbestimmung von Münzen ebenfalls hinzuzieht und das gerade bei alten und älteren Münzen zum Tragen kommt. Schließlich legen viele passionierte Sammler Wert auf einen guten Zustand ihrer Münzen. Das heißt Münzen, die stark abgenutzt sind und gegebenenfalls auch Spuren von Beschädigungen aufweisen, sind für Sammler deutlich weniger wert als solche, die gut erhalten sind. Gerade bei älteren Münzen, die einige Zeit im Umlauf sind, ist der Erhaltungszustand ein wichtiger wertbildender Faktor.

In Bezug auf den Erhaltungsgrad einer Münze gibt es dabei klar definierte Kategorien:

  • Unzirkuliert (unz)
  • Fast unzirkuliert (−unz)
  • Vorzüglich (vz, vzgl)
  • Vorzüglich aus polierter Platte
  • Sehr schön (ss)
  • Schön (s)
  • Sehr gut, sehr gut erhalten (sg, sge)
  • Gut, gut erhalten (g, ge)
  • Gering erhalten (ge)

Als "Unzirkuliert" (unz) bezeichnet man Münzen aus einem zumeist vollautomatischen Produktionsprozess, die nie in Umlauf gekommen sind. Während des Produktionsprozesses kann es dabei zu Fehlern wie kleinen Kratzern oder Dellen kommen. Die Schüttvorgänge (aus den Münzprägeautomaten in die Container) bedingen dies. Auch die Münzoberflächen können etwas matt erscheinen, da sich die Stempel im Lauf der Zeit natürlich abnutzen.

"Fast unzirkuliert" (−unz) bezeichnet Münzen mit minimalen Gebrauchsspuren wie vernachlässigbaren Kratzern und geringfügigen Reibungsspuren an exponierten Stellen. Zurückzuführen sind diese entweder auf einen sehr kurzen Umlauf oder die unsachgemäße Behandlung durch Sammler.

"Vorzüglich" (vz, vzgl) bezeichnet Münzen, die sich nur kurze Zeit im Umlauf befanden. Die Prägedetails sind noch klar erkennbar, der Glanz hingegen ist nur noch an vertieften Stellen zu sehen, außerdem finden sich Kratzer und kleinere Abreibungsspuren an manchen Stellen.

Bei "Vorzüglich aus polierter Platte" (vz aus PP, PP berührt) handelt sich um Münzen, die in der Prägequalität "polierte Platte" gefertigt wurden. In der Regel sind sie minimal durch Fettspuren oder kleine Kratzer beeinträchtigt. Gleichwohl sind Sammler in dieser Hinsicht oft sehr skeptisch und die Münzen verlieren deutlich an Wert.

Unter "Sehr schön" (ss) versteht man Münzen, deren Umlaufspuren deutlich festzustellen sind. Feinere Details sind kaum noch zu erkennen, mittlere hingegen schon.

"Schön" (s) bezeichnet einen Zustand längerer Zirkulation, welcher dafür verantwortlich ist, dass ein Teil der Münzdetails bereits verschwunden ist. Das Münzbild gilt gemeinhin als "stumpf", wobei sowohl Inschriften als auch Konturen noch erhalten geblieben sind.

"Sehr gut, sehr gut erhalten" (sg, sge) ist ein Erhaltungsgrad, der im deutschen Sprachraum weniger zum Zuge kommt. International bezeichnet dieser Grad Münzen, bei denen man trotz starker Abnutzungserscheinungen noch einige wenige Details erkennen kann.

Als "Gut, gut erhalten" (g, ge) bezeichnet man einen Erhaltungszustand, bei dem man lediglich noch die Konturen erkennt, Details sind keine mehr sichtbar.

"Gering erhalten" (ge) ist im deutschen Sprachraum gebräuchlich für alle Münzen, die schlechter als "schön" sind. Genau genommen wird damit ein Erhaltungsgrad von Münzen charakterisiert, die praktisch ihr gesamtes Münzbild verloren haben und deren Identifikation deswegen sehr schwer fällt.

Die Prägequalität wird im Wesentlichen durch drei Verfahren bestimmt:

  • Polierte Platte
  • Spiegelglanz
  • Stempelglanz

Als "Polierte Platte" (PP) bezeichnet man ein Herstellungsverfahren, bei welchem die Münzen aus polierten Ronden (Rohlingen) mit speziell polierten Stempeln einer mehrfachen Prägung unterzogen werden. Bei diesem Verfahren erscheint die Fläche reflektierend, das Münzmotiv dagegen eher matt.

"Spiegelglanz" (sp, spgl.) ist eine Herstellungsqualität, die etwas weniger aufwendig ausfällt als das Verfahren "Polierte Platte". Das Aussehen ist aber dennoch vergleichbar. Es kommen zwar polierte Stempel zum Einsatz, aber keine polierten Rohlinge.

"Stempelglanz" (st, stgl.) bezeichnet eine Münze, bei der man mit bloßem Auge keine Fehler erkennen kann.

"Prägefrisch" (pfr) wird als Synonym für Stempelglanz oder unzirkuliert genutzt.

Die Münz-Prägestätten

Eine Münzprägeanstalt oder Münzprägestätte ist die Institution eines Staates, die im Auftrag der Regierung für die Prägung der Kurs- und Gedenkmünzen eines Landes zuständig ist. Oft werden Prägeanstalten in der Kurzfassung auch einfach "staatliche Münze" genannt, tatsächlich ist das so auch im Namen zahlreicher Anstalten zu finden.

Die in Deutschland verausgabten Euromünzen werden, wie auch schon die DM davor, mit einem Buchstaben gekennzeichnet, der auf die jeweilige Prägestätte verweist, aus der die Münze stammt. Deutschland ist das einzige Euromünzen-Ausgabeland, in der Kursmünzen in mehreren Prägestätten hergestellt werden. Folgende Anstalten gibt es derzeit in Deutschland:

  • A — Staatliche Münze Berlin
  • D — Bayerisches Hauptmünzamt, München
  • F — Staatliche Münze Stuttgart
  • G — Staatliche Münze Karlsruhe
  • J — Hamburgische Münze

Früher gab es in Deutschland noch weitere Prägestätten mit verschiedenen Münzzeichen.

Das Wertsteigerungspotential

Von zentraler Bedeutung für die Preis- bzw. Wertentwicklung von Münzen und Prägungen ist das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Unter dem Aspekt der Wertanlage sind seltene und beliebte Prägestücke daher zum Sammeln am besten geeignet. Dies können zum Beispiel Münzen oder Prägungen mit niedrigen Prägeauflagen und einem populären Münzmotiv oder mit einem beliebten Ausgabenanlass sein.

Münzen und Prägungen können wertvoller werden, wenn die darin verarbeiteten Materialien wie Gold und Silber im Wert steigen. Wer mit entsprechender Pflege und Behandlung dafür sorgt, dass die Münze gut erhalten bleibt, trägt auch zum Erhalt des Wertes des Sammelobjektes bei.

 

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