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Fall der Berliner Mauer (1989) und die Deutsche Wiedervereinigung (1990) – die Geschichte

Es begann im Frühjahr 1961 …

Die wirtschaftliche Lage der jungen DDR verschlechterte sich rapide, monatlich flüchteten zehntausende Menschen aus dem „Arbeiter- und Bauernstaat”. Um diesem Exodus entgegen zu wirken, beschlossen die Staatsoberhäupter der DDR, die Grenzen zur Bundesrepublik endgültig zu schließen. Am frühen Morgen des 13. August 1961 wurde in Berlin entlang der sowjetischen Sektorengrenze eine Mauer aus Hohlblocksteinen gesetzt und im Laufe der Jahre immer stärker ausgebaut.

Ein breiter Todesstreifen mit Stacheldraht, Panzerfallen und Selbstschussanlagen entlang der ganzen innerdeutschen Grenze trennte die beiden deutschen Nationen. Bereits 1964 wurden erste Abkommen über den Besuch der Verwandten zwischen Ost und West beschlossen. 1972 kam es zu einer Einigung durch das Transit-Abkommen, die Besuche wurden reglementiert und Westberliner durften den Ostteil der Stadt besuchen.
Die Berliner Mauer jedoch schien zu einem festen Bestandteil beider Staaten geworden zu sein.

Ein Missverständnis führt zur Öffnung der Grenzen

Letztendlich führten mehrere Kriterien zum Fall der DDR: die immer drängender werdende Forderung der DDR-Bevölkerung nach Reisefreiheit, sowie die seit kurzem praktizierte massive „Republikflucht” großer Bevölkerungsteile der DDR, die durch die russische „Perestroika” ermöglicht wurde. Die Menschen reisten über die durchlässig gewordenen Grenzen Ungarns und der Tschechoslowakei in die Bundesrepublik Deutschland.

Angesichts dieser Umstände beschloss das Zentralkomitee der SED in einer Tagung am 7. November 1989 eine Regelung für die uneingeschränkte Ausreise. Schlecht informiert antwortete SED-Mitglied Günter Schabowski in einer Pressekonferenz am 9.November 1989 auf die Frage eines Reporters zum neuen Reisegesetz, dass eine Regelung getroffen wurde, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen und dass diese Regelung ab sofort gilt.

Die „Flut” brach los …

Tausende Ost-Berliner zogen zu den Grenzübergängen und verlangten dort die sofortige Öffnung der Grenze. Um 21:20 Uhr wurde es den ersten Ostdeutschen erlaubt, nach West-Berlin auszureisen. Gegen 23:30 Uhr ließ die Regierung dann alle Übergänge öffnen und in den nächsten 45 Minuten gelangten schätzungsweise 20.000 Menschen nach West-Berlin. Der größte Ansturm aber setzte erst am Vormittag des 10. November 1989 ein. Einige Zeit nach Bekanntgabe der Öffnung der Grenze unterbrach der Bundestag in Bonn seine laufende Sitzung. Kanzleramtminister Rudolf Seiters gab eine Erklärung der Bundesregierung ab, welche von den Vertretern aller Fraktionen begrüßt wurde. Im Anschluss daran sangen die anwesenden Abgeordneten die Nationalhymne.

Der politische Weg zur Wiedervereinigung

Die Entwicklung zur Wiedervereinigung vollzog sich im Eilschritt.

Am 18. März 1990 wählten die Bürger der noch existierenden DDR in erstmals freien Wahlen eine Volkskammer, welche die Wiedervereinigung vorbereiten sollte.
Die BRD und DDR unterzeichneten am 18. Mai 1990 den Vertrag über die Schaffung einer Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion. Um Punkt Null Uhr des 1. Juli 1990 wurde die D-Mark die einzige und gemeinsame Währung von Deutschland in Ost und West.

Noch während die beiden deutschen Staaten über den Einigungsvertrag verhandelten, beschloss die Volkskammer der DDR am 23. August 1990 den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland.

Bereits im Februar 1990 gab Generalsekretär Gorbatschow Bundeskanzler Helmut Kohl in Moskau die Zusicherung, daß die Einheit eine alleinige Entscheidung des Deutschen Volkes sei. Nach viermonatigen Beratungen unterzeichneten am 12. September 1990 die Außenminister der USA, der Sowjetunion, Großbritanniens und Frankreichs den Zwei-plus-Vier-Vertrag. Die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs gewährten damit Deutschland (Ost und West) die volle Souveränität. Der Weg zur Wiedervereinigung war jetzt frei.

Der 3. Oktober 1990 war der Tag der offiziellen Vereinigung der beiden Teile Deutschlands und wurde mit einem großen Festakt mit internationalen Gästen am Brandenburger Tor in Berlin feierlich begangen. Die Deutsche Demokratische Republik hörte auf, als Staat zu existieren. Der Tag der deutschen Einheit ist seitdem ein gesetzlicher Feiertag. Am 2. Dezember 1990 wählen die Deutschen die Zusammensetzung des Bundestags, das erste gesamtdeutsche Parlament seit Ende des 2. Weltkriegs im Jahr 1945.

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