| "Der Mensch mache sich nur irgendeine würdige Gewohnheit zu eigen, an der er sich die Lust in heiteren Tagen erhöhen und in trüben Tagen aufrichten kann. Er gewöhne sich z.B. an, täglich in der Bibel oder im HOMER zu lesen, oder schöne Medaillen oder schöne Bilder zu schauen." Kein Geringerer als Johann Wolfgang von Goethe war es, der diese Empfehlung anno 1814 an den Kanzler von Müller weitergab. Der große Dichter - selbst der Faszination der Medaillen und Münzen erlegen - hatte als leidenschaftlicher Sammler bedeutende Stücke zusammengetragen. Heute gefragter denn je Medaillen, aus edlen oder auch unedlen Metallen gegossen, getrieben oder geprägten Schaumünzen, gelten als Schöpfung der italienischen Renaissance. Im 16. Jahrhundert entstanden neben den Bildnismedaillen die ersten themenbezogenen Gedenkmedaillen. Ihren Höhepunkt erlebte die kunstvolle Kleinplastik im Empire. Danach für längere Zeit wenig beachtet, ist sie als schöpferisches Ausdrucksmittel heute wieder von großer Bedeutung. Ehre wem Ehre gebührt Aus Hochachtung vor den unvergänglichen Zeitzeugen ist der Wunsch entstanden, ihre Geschichte und ihr vielseitiges, anspruchsvolles Wesen dem interessierten Publikum in angemessener Form zu präsentieren. Dem Wunsch folgte die GÖDE-Sammlerstiftung, die von Dr. Göde ins Leben gerufen wurde, mit der Eröffnung des Deutschen Medaillen-Museums im Spätherbst 1997. In bester Gesellschaft Vergleichbare, ausschließlich der Medaille gewidmete Museen gibt es bislang nur in Madrid und Wroclaw/Breslau in Polen. Mit der Sammlung im bayerischen Waldaschaff vor den Toren Aschaffenburgs etabliert sich europaweit eine dritte Einrichtung von internationaler Bedeutung. Von den Anfängen Seltene Originale, erstklassige Nachbildungen, ansprechende Schaubilder und Schrifttafeln laden den Besucher zu einer kurzweiligen Exkursion durch die Medaillengeschichte ein: vom Ursprung in Antike und Mittelalter über die Blüte der Renaissance zu den Einflüssen von Barock und Klassizismus in die Neuzeit. |